Commerzbank wird zum Kryptoverwahrer

Plus: JPMorgan transformiert das Portfolio Management ++ Nächste Börse mit eigener Layer-2 ++ Disney plant NFT-Marktplatz ++ PayPal erklärt das "Why"

Willkommen bei Blockstories, euren Doktoranden im Bereich der “Onchain Forensik”.

Unsere Themen heute:

  • 🇩🇪 Commerzbank wird zum Kryptoverwahrer

  • 🏦 JPMorgan transformiert das Portfolio Management

  • 📝 PayPal erklärt das “Why” hinter ihrem Stablecoin

In Erwartung neuer ETF-Informationen kreist der Zeigefinger vieler weiterhin ganztägig über der F5-Taste. Zumindest wissen wir seit Mittwoch, dass in diesem Jahr nicht mehr alle Anträge auf einmal genehmigt werden. Die SEC gab bekannt, die Entscheidung über Hashdex’ ETF zu vertagen.

Der Markt zeigte zunächst keine Reaktion, nur um sich dann im Laufe des gestrigen Tages plötzlich rot zu färben. Die wahrscheinliche Ursache? Mehrere Verkaufsorders entlang der 38.000 US-Dollar Marke, die in eine Kaskade aus Liquidierungen von Long-Positionen mündeten (Gesamtvolumen am Donnerstag: 170 Mio. $).

Nur Avalanche konnte sich behaupten und leicht zulegen. Womöglich weil dem Markt dessen Beteiligung in den jüngsten TradFi-Experimenten von Citi und JPMorgan gefallen hat (mehr dazu weiter unten).

letzter Stand: 17.11. 00:10 Uhr

  1. Layer-2: Die Kryptobörse OKX hat ihre eigene Ethereum Layer-2 "X1" angekündigt. Diese wird auf Polygon aufbauen und soll in Q1 2024 live gehen.⛓️

  2. Gaming: Das Softwareunternehmen Lattice hat seine Ethereum Layer-2 mit dem Namen Redstone vorgestellt, mit der sie zum Hub für onchain Games werden wollen.🎮️

  3. NFTs: In Zusammenarbeit mit Dapper Labs, dem Unternehmen hinter NBA Top Shot, wird Disney einen eigenen NFT-Marktplatz lancieren. Die Plattform soll noch Ende des Jahres live gehen.🖼️

  4. Tapetenwechsel: Aave Companies, das Unternehmen hinter dem gleichnamigen Lending-Protokoll, hat sich in "Avara" umbenannt. Zudem gaben sie die Übernahme der Ethereum-Wallet “Family” bekannt.🔄

  5. Devisenmarkt: Die Citibank hat eine neue blockchain-basierte Anwendung entwickelt, um bilaterale Spot-Devisengeschäfte zu bepreisen und abzuwickeln.🏦

Commerzbank wird zum Kryptoverwahrer

Die Commerzbank hat als erste deutsche Universalbank eine Kryptoverwahrlizenz von der BaFin erhalten.

Damit ist die viertgrößte Bank Deutschlands berechtigt, seinen Kunden die Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten bzw. den zugrundeliegenden privaten kryptografischen Schlüsseln anzubieten.

Hier sind die Details:

  • Das Angebot richtet sich an bestehende institutionelle Kunden der Commerzbank - Neu- und Privatkunden sind zunächst ausgeschlossen.

  • Zum Start werden ausschließlich Bitcoin und Ethereum unterstützt.

  • Laut Aussage des COO Joerg Oliveri del Castillo-Schulz wurde der Großteil der technologischen Infrastruktur selbst entwickelt. Für den Handel setze man auf einen externen Partner.

  • Rund zwei Jahre habe das Lizenzverfahren in Anspruch genommen, wobei die Commerzbank bereits vor drei Jahren angefangen haben soll, sich dem Thema zu widmen.

  • Die Commerzbank ist erst das neunte Unternehmen, das eine solche Verwahrlizenz erhält. Mit Ausnahme von Hauck Aufhäuser Digital Custody handelt es sich bei den anderen Lizenzinhabern um Krypto-Unternehmen.

Die neun Lizenzinhaber

Wachstumshebel Custody

Mit jährlichen Verwahrgebühren von 0,4 bis 1 % auf das verwaltete Vermögen und den Zusatzdienstleistungen wie Staking und Trading stellt das Verwahrgeschäft ein lukratives Wachstumsfeld für Banken dar.

Wenig überraschend haben deswegen auch andere große Banken wie die Deka und die Deutsche Bank unlängst eine Kryptoverwahrlizenz bei der BaFin beantragt.

Sie werden nicht die letzten gewesen sein.

Blockchain.com | 110 Mio. $ | Series E : Kryptobörse und Wallet-Anbieter.

Superstate | 14 Mio. $ | Seed : Krypto-nativer Vermögensverwalter.

Taproot Wizards | 7,5 Mio. $ | Seed : Unternehmen hinter dem gleichnamigen Ordinals-Projekt.

Fhenix | 7,5 Mio. $ | Seed : Entwickler eines sog. Fully Homomorphic Encryption (FHE) Rollups, auf dem die Entwicklung vollständig verschlüsselter Applikationen möglich ist.

Kinto | 5 Mio. $ | Unbekannt : Ethereum Layer-2 mit nativer KYC-Funktion, sodass nur verifizierte Nutzer Transaktionen auf dem Netzwerk durchführen können.

Vermögensverwalter vollziehen Tokenisierungsexperiment

In Zusammenarbeit mit JPMorgan haben die Vermögensverwalter Apollo Global Management und WisdomTree in einem Proof-of-Concept (PoC) getestet, wie Blockchain-Technologie im Portfolio Management unterstützen kann.

Setting the scene: Im Tagesgeschäft stehen Vermögensverwalter vor drei großen Herausforderungen:

  1. Komplexe manuelle Prozesse: Die Verwaltung diskretionärer Portfolios (Anlagestrategien, bei denen ein Portfolio-Manager Anlageentscheidungen im Namen seines Kunden treffen und umsetzen darf) basiert überwiegend auf manuellen Prozessen.

  2. Schwieriger Zugang zu alternativen Anlageklassen: Sogenannte “alternative investments” wie Private Equity, Private Credit und Immobilien bieten attraktive Renditen und Diversifizierungsvorteile, sind aber oft illiquider und schwerer zugänglich.

  3. Fragmentierung bei tokenisierten Vermögenswerten: Tokenisierung kann alternative Anlageklassen zwar zugänglicher machen, führt in der Praxis aber zu einer starken Fragmentierung, weil dabei auf unterschiedliche Blockchain-Netzwerke gesetzt wird, die nativ nicht miteinander kommunizieren können.

Ziel des Experiments war es, verschiedene Blockchain-Netzwerke miteinander zu verbinden, um Portfolio-Managern dabei zu helfen, große Portfolios effizienter zu verwalten und alternative Anlageklassen zugänglicher zu machen.

Neben JPMorgans Onyx Plattform baute der Test auf der Provenance Blockchain und einem Avalanche Subnet sowie den Interoperabilitätprotokollen LayerZero und Axelar auf.

Die Infrastruktur hinter den tokenisierten Portfolios

Laut Abschlussbericht lieferte der Test folgende Ergebnisse:

  • Gestiegene Effizienz: Prozesse, die vorher mehrere tausend Betriebsschritte in Anspruch genommen haben, konnten auf einen einzelnen automatisierten Ablauf reduziert werden.

  • Kostensenkung: Durch die schnellere Zahlungsabwicklung konnten die Verwaltungskosten um ≈ 20 % gesenkt werden.

  • Umsatzpotenzial: Laut Aussage von JPMorgan soll der bessere Zugang zu alternativen Anlageklassen für Vermögensverwalter ein Umsatzpotenzial in Höhe von 400 Mrd. US-Dollar darstellen.

Falls ihr tiefer eintauchen wollt, findet ihr hier den offiziellen Report zum PoC und hier ein kurzes Video über die Plattform aus der Sicht eines Vermögensverwalters.

  • 📝 PayPal: Zum ersten Mal erklärt PayPal das “Why” hinter ihrem US-Stablecoin PYUSD. Blockchain sei die einzige Technologie, mit der sich innovative neue Zahlungslösungen entwickeln lassen, die das Kundenbedürfnis nach schnellen und günstigen globalen Zahlungen befriedigen können, heißt es im Blogpost.

  • 📝 Consumer Crypto: Embedded Wallet Entwickler Privy fasst in einem Blogpost den Status Quo von “Consumer Crypto” zusammen und zeigt auf, wo Chancen und Herausforderungen für Entwickler neuer Apps liegen.

  • 🎧 Solana: Joe McCann, Gründer des Kryptofonds Asymmetric, erklärt seine Investmentthese und -strategie bezüglich Solana und wie er Kapitalbewegungen analysiert.

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