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🦉DAO-Abstimmung wird zum Krimi
++ mit Wallets anstatt E-Mails abonnieren ++ Coinbase droht Ungemach
Willkommen bei Block Stories, euren akribischen Fensterputzern, die auch nach stärkstem Pollenflug für klare Sicht sorgen.
🐋 Story des Tages: DAO-Abstimmung wird zum Krimi
HOTTEST NEWS
Web3-Abos: Mirror launcht "Web3 Subscriptions". Von nun an kann man auf der Publishing Plattform seine Lieblingspublikationen per Wallet anstatt einer E-Mail-Adresse abonnieren. Das eröffnet Creatorn neue Möglichkeiten, mit Lesern zu interagieren, bspw. über Tokengating oder NFT-Airdrops.🎟
Coinbase: Die U.S.-amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen Coinbase. Coinbase soll unzulässigerweise Tokens gelistet haben, die als Wertpapiere hätten eingetragen werden müssen. Nach Bekanntmachung der Untersuchung sackte die Aktie um 21% ein.📉
STORY DES TAGES
DAO-ABSTIMMUNG WIRD ZUM KRIMI
Kuschelsocken überziehen und Popcornmaschine anschmeißen.
Wir servieren heute wieder einen echten Krimi.
Dieses Mal in den Hauptrollen: Der Lido DAO und 2 Crypto Whales.
Was ist Lido?
Lido eine “Liquid-Staking-Plattform”, die es “Kleinanlegern” erlaubt, Ethereums zukünftiges Proof-of-Stake Netzwerk durch sog. Staking zu schützen.
Normalerweise müsste man mind. 32 ETH einbringen, um Validator zu werden. Stattdessen tritt man bei Lido einfach einem Staking-Pool bei und sahnt Rendite ab.
Was ist nun vorgefallen?
75 Vollzeitkräfte arbeiten täglich am Lido-Protokoll. Diese werden aus der Schatzkammer des Lido DAO bezahlt.
Diese Schatzkammer hat 1 Problem: Sie ist zwar prall gefüllt, hält aber keinerlei Stablecoins und ist dementsprechend der Volatilität der Kryptowährungen massiv ausgesetzt. Allen voran des eigenen LDO-Tokens.
Um das Problem zu lösen, wurden nun Vorschläge zur Finanzierung vorbereitet und zur Abstimmung gegeben.
Sowohl die Vorschläge als auch deren Kommentierung und Abstimmung sind alle transparent einsehbar, sodass wir für euch den folgenden Krimi protokollieren konnten.
DER KRIMI IM PROTOKOLL
03.06.: Die Erschütterung
Ein Lido-Entwickler macht in einem offiziellen Antrag darauf aufmerksam, dass Lido finanziell nicht genügend diversifiziert ist und deswegen bei weiter fallenden Kursen mittelfristig Insolvenz befürchten müsse.
Sein Vorschlag: 10.000 ETH (50% der ETH-Reserven) gegen Stablecoins tauschen.
Reaktion der Community: Helle Aufregung! Sie beklagt Missmanagement und dass der Vorschlag viel zu drastisch wirkt.
Der Vorschlag scheitert damit bereits vor Abstimmung.
18.07.: Vorschlag 2
Ein nächster Vorschlag wird veröffentlicht. Er soll den Geschäftsbetrieb über die nächsten 2 Jahre garantieren.
Inhalt:
Verkauf von 20 Mio. LDO-Tokens (2% der Gesamtmenge)
10 Mio. an den VC Dragonfly Capital zu einem Kurs von 1,45 $. (7-Tage-Durchschnittskurs des Zeitraums vom 11. bis zum 17.07. + 50% Premium)
Keine Sperrfrist → Dragonfly könnte die Tokens direkt nach Erwerb wieder verkaufen
Weitere 10 Mio. in einem 2. Schritt an andere Investoren
Reaktion der Community: Harter Gegenwind! Es bräuchte dringend eine Sperrfrist, sonst würde Dragonfly für schnellen Profit ruckzuck den Markt mit LDO-Tokens fluten.
Was sicherlich nicht half: Der LDO-Kurs stand zum 18.07. bei 1,55 $. Also quasi “free money” für Dragonfly.
21.07.: Die Abstimmung beginnt
Nach dem Gegenwind wird der Vorschlag abermals verändert und nun final zur Abstimmung freigegeben.
LDO-Token-Inhaber können zwischen 3 Optionen wählen:
Ablehnung
10 Mio. an Dragonfly verkaufen bei einer Sperrfrist von 1 Jahr
10 Mio. an Dragonfly verkaufen ohne Sperrfrist
Die Abstimmung läuft vom 21.07. - 25.07., wobei 1 Token = 1 Vote bedeutet.
22.07.: Der Angriff
Die ersten Stimmen sprechen eine klare Sprache. Die Community spricht sich gegen den Vorschlag aus.
Dann Bühne frei für “Crypto Whale #1”. Aus heiterem Himmel stimmt ein unbekanntes Wallet mit 15 Mio. LDO-Tokens für den Verkauf ohne Sperrfrist und erlangt damit die klare Mehrheit.
Reaktion der Community: Tobsucht!
Erste unbestätigte Gerüchte werden laut, dass hinter dem Wallet Alameda Research, die Investmentfirma von FTX-Gründer Sam Bankman-Fried, stecken soll.
23.07.: Nachbesserung
Völlig überraschend entscheidet sich Crypto Whale #1 nochmal um und stimmt nun für einen Verkauf mit einer Sperrfrist von 1 Jahr.
24.07.: Der weiße Zauberer
Die Stimmung ist bereits am Boden, als Crypto Whale #2 wie einst Gandalf beim ersten Licht des fünften dritten Tages erscheint.
Auch dieses Wallet ist unbekannt, setzt jedoch seine 17 Mio. LDO-Tokens auf Option 1 - Ablehnung.
25.07.: Die Entscheidung
Die Abstimmung endet mit einem klaren Ergebnis:
66,6% stimmen für eine Ablehnung, 33,3% stimmen für einen Verkauf mit Sperrfrist und 0,1% für einen Verkauf ohne Sperrfrist.
Eklatant: Über 600 Wallets haben sich für die Ablehnung entschieden. 2 Wallets für den Verkauf mit Sperrfrist. Wie in den meisten DAOs wird mit der Brieftasche gewählt.
27.07.: Fortsetzung folgt
Die eigentliche Herausforderung ist nach wie vor nicht gelöst. Lido verabschiedet einen neuen Vorschlag, der einen Verkauf der 10 Mio. Tokens an Dragonfly zu einem höheren Kurs inkl. 1 Jahr Sperrfrist vorsieht.
Die Abstimmung startet heute Abend...
🦉Die Moral von der Geschicht’? Ohne CFO klappt es auch in DAOs nicht.
🦉2. Moral: Auch wenn diese Abstimmungen zu unserer Unterhaltung beitragen, werden sich DAOs weiterhin Gedanken machen müssen, wie sie ihre Governance-Modelle an mehr als nur Kontostände knüpfen können.
DEALS TO WATCH
Unstoppable Domains | 65 Mio. $ | Series A : Identitätsplattform, auf der man ähnlich zu ENS Krypto-Domains (z.B. mustermann.nft) kaufen kann.
Topl | 15 Mio. $ | Series A : Eine Blockchain, die ausschließlich Nachhaltigkeitsprojekte - bspw. Lieferkettentracking von Fairtrade-Kaffee - unterstützt.
WENDEHALS DES TAGES
Wer? Jim Cramer - ehemaliger Hedgefonds-Manager, Moderator von "Mad Money" auf CNBC und früher Paulus, heute Saulus.
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