Visa baut Settlement-Lösung aus

Plus: Vitalik stellt neue Privacy-Lösung vor ++ Airdrop-Anzeichen für Starknet verdichten sich ++ JPMorgan untersucht Deposit Tokens ++ Story Protocol raist 54 Mio. $

Willkommen bei Blockstories, dem Newsletter, der heute vollgepackter ist als jede Schultüte. Es warten jede Menge Bonbons auf euch.

Unsere Themen heute:

  • 💳 Visa: Visa baut Blockchain-Initiativen aus

  • 📊 Chart: Airdrop-Spekulationen um Starknet

  • 🌐 IP-Management: Story Protocol raist 54 Mio. $

  • 🔐 Privacy: Vitalik präsentiert Tornado Cash 2.0

  1. ETH: Am Mittwoch haben Ark Invest und 21Shares einen Antrag auf Zulassung eines Ether-Spot-ETFs bei der SEC eingereicht.💸

  2. Tokenisierung: In einem Pilotprojekt hat die Metzler Bank in Zusammenarbeit mit Cashlink und fundsonchain die ersten tokenisierten Fondsanteile in Deutschland emittiert. Glückwunsch nach Frankfurt!🏦

  3. Regulierung: Ein vom IWF und FSB veröffentlichtes Paper warnt Gesetzgeber vor einem Pauschalverbot von Krypto. Laut ihnen sollten Beschränkungen keine robuste makroökonomische Politik ersetzen.📄

  4. Adoption: Grab, eine “Everything App” aus Südostasien, hat eine Krypto-Wallet in ihre App integriert. Das geht aus den neuen AGBs des Unternehmens hervor.📱

  5. RWAs: Eine Reihe wichtiger Akteure der Krypto-Industrie haben die sog. Tokenized Asset Coalition gegründet. Ziel der Vereinigung sei es, die Tokenisierung von Vermögenswerten voranzutreiben.🤝

  6. JPMorgan: Das Bankunternehmen untersucht die Entwicklung eines “Deposit Token”. Dieser soll einen Einlageanspruch gegenüber einer Geschäftsbank darstellen und die Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen beschleunigen.🪙

  7. CFTC: Die amerikanische Behörde hat Geldstrafen gegen gleich drei DeFi-Protokolle erlassen. Grund dafür seien Versäumnisse bei der Registrierung ihrer Geschäfte.🫰

Visa baut seine Blockchain-Initiativen aus

Am Dienstag gab das Zahlungsnetzwerk einen neuen Piloten bekannt, der ausgewählten Händlern erlaubt, Zahlungen mit dem US-Stablecoin USDC über die Solana-Blockchain zu erhalten.

Obwohl sich das Angebot wohl anfangs ausschließlich an krypto-native Unternehmen richten wird, bietet es langfristiges Potenzial, das globale Zahlungssystem zu verbessern.

Bevor wir tiefer in die Gründe dieser Verbesserung einsteigen, müssen wir zunächst verstehen, wie der aktuelle Zahlungsprozess via Kreditkarte funktioniert.

Wie der Zahlungsprozess funktioniert

  1. Der Kunde zahlt mit Visa.

  2. Der Zahlungsdienstleister des Händlers leitet die Daten an den Acquirer (Bank, die Kreditkartenzahlungen im Auftrag des Händlers abwickelt) weiter.

  3. Der Acquirer bittet Visa um Authentifizierung durch den Issuer (Bank des Kunden)

  4. Visa leitet die Anfrage an den Issuer weiter.

  5. Die Bank des Kunden bestätigt ggü. dem Händler…

  6. …und schickt den Betrag an den Acquirer, der dann an den Händler überweist.

Auch wenn die Kunden nichts davon mitbekommen, läuft dieser Prozess im Hintergrund eher langsam über die Bühne.

Weil viele Parteien involviert sind, sich an traditionelle Bankarbeitszeiten gehalten werden muss und gerade bei größeren grenzüberschreitenden Transaktionen viel manuell geprüft wird, können teilweise mehrere Tage ins Land gehen, bis der Händler vom Acquirer sein Geld überwiesen bekommt.

Vorteile der Blockchain

Stablecoins bieten eine attraktive Alternative, weil sie Zahlungen 24/7 und instant abwickeln können und Wechselkurskosten minimieren.

Im Fall des Visa-Piloten ist dabei die eigentliche Innovation, dass sie a) mit Worldpay und Nuvei erstmalig zwei der großen globalen Acquirer anschließen und b) diese den US-Stablecoin direkt über Visas Treasury erhalten.

Zwar möchte sich Visa dabei anfangs an die gleiche Abwicklungszeiten wie bei normalen Transaktionen halten, doch können die Acquirer den Händlern die Zahlungen unmittelbar nach Erhalt transferieren. Auch am Wochenende und an Feiertagen.

Eine Frage der Skalierung

Für Solana ist der Pilot eine Validierung ihrer Technologie.

Doch damit Krypto-Payments wirkliche Durchdringung erfahren, wird es Apps und Anreizsysteme benötigen, die Konsumenten überzeugende Argumente liefern, in Krypto zahlen zu wollen.

Möglicherweise wird der Pilot also vor allem in Ländern Anwendung finden, in denen der US-Dollar der eigenen Währung gegenüber bevorzugt wird.

Brine | 16,5 Mio. $ | Series A : Dezentrale Kryptobörse, auf der Trader große Handelspositionen eingehen können, ohne sich Frontrunning-Risiken aussetzen zu müssen.

Trident Digital | 8 Mio. $ | Seed : Lending-Plattform mit Fokus auf Unternehmen und VCs.

Socket | 5 Mio. $ | Strategisch : Interoperabilitäts-Protokoll, welches u.a. hinter der Bridge der Coinbase Wallet steckt.

TRLab | 5 Mio. $ | Seed : Plattform, welche das Sammeln von “Fine Art“ mit Web3-Technologie unterstützen möchte.

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Aktivität auf Starknet nimmt Fahrt auf

Laut L2Beat hat sich Starknet, gemessen an den täglichen Transaktionen pro Sekunde (TPS), innerhalb der letzten Wochen zur zweitaktivsten Ethereum Layer-2 entwickelt.

Starknet ist ein ZK-Rollup, das Ethereum dabei hilft, mehr Transaktionen zu verarbeiten. Im Gegensatz zu anderen Rollups setzt Starknet dabei mit Cairo auf eine hauseigene Programmiersprache.

Grund für die erhöhte Aktivität waren neu entfachte Airdrop-Spekulationen:

  • Letzte Woche wurde ein Artikel veröffentlicht, in dem enthüllt wurde, dass der Launch des $STRK-Tokens unmittelbar vor der Tür stehen soll. Der Post wurde mittlerweile wieder gelöscht.

  • Starknet hat vor 2 Tagen seine Technologie als Open-Source-Lösung bereitgestellt. Gemäß einem Blogpost vom Februar sollte dieser Schritt “kurz vor der vollständigen Dezentralisierung” des Netzwerks erfolgen. Meistens heißt Dezentralisierung = Airdrop.

Unter Freunden: Falls ihr wissen wollt, wie ihr euch für einen potenziellen $STRK-Airdrop qualifizieren könnt, schaut gerne in unseren Airdrop-Guide rein.

Zoom out: Den gesamten August über haben alle Layer-2s gemeinsam 5x mal mehr Transaktionen verarbeitet als das Ethereum Mainnet. Ein Trend, der sich in den nächsten Monaten beschleunigen wird.

Story Protocol bringt IP-Management onchain

Angeführt von Leadinvestor a16z hat Story Protocol eine 54 Mio. $ schwere Finanzierungsrunde bekannt gegeben. Mit dem Kapital möchten sie eine Internet-native Infrastruktur für die Verwaltung von Intellectual Property (IP) aufbauen.

Das Problem: Heutige Lizensierungsverfahren sind oft undurchsichtig und komplex. Jede Lizenz muss einzeln ausgehandelt werden, was insbesondere mit der sog. Remix Culture des Internets im Widerspruch steht.

In der Folge ist der Ursprung vieler Inhalte oft unklar, was dazu führt, dass die eigentlichen Urheber nicht für ihre Wertschöpfung entlohnt werden.

Die Lösung: Das Story Protokoll möchte eine transparente Infrastruktur aufbauen, mit der sich der komplette Lebenszyklus von IP verwalten lässt.

  • Provenance Tracking: Mit einem blockchainbasierten IP-Register soll der Ursprung von IP besser erfasst und ihre Nutzung durch Dritte überwacht werden können.

  • Einfache Lizenzierung: Die Urheber können programmatisch bestimmen, unter welchen Voraussetzungen die Rechte an ihren Inhalten erworben werden können.

  • Revenue Sharing: Kreative sollen gemäß ihres Einflusses an den Umsätzen Dritter beteiligt werden.

Zoom out: In einer Welt von K.I.-generierten Inhalten wird die Beantwortung der Urheber- und Vergütungsfrage für Creator noch dringlicher. Ein globales und transparentes System könnte eine mögliche Antwort liefern und bessere Anreize für kreative Kollaboration liefern.

Vitalik et al. veröffentlichen Privacy Paper

Am Mittwoch wurde ein Paper zum Thema “Blockchain Privacy and Regulatory Compliance” veröffentlicht. Zu den Autoren gehört neben Vitalik Buterin auch Ameen Soleimani, einer der Entwickler hinter Tornado Cash und dem im Paper behandelten “Privacy Pools” Protokoll.

Das Problem: Weil alle Transaktionen öffentlich sind, lässt sich über Blockchain-Forensik schnell die Identität hinter einer Wallet erschließen. Um Nutzern trotzdem Privatsphäre zu ermöglichen, sind einst sog. Mixing Protokolle entwickelt worden.

Ein Mixing Protokoll erlaubt die Verschleierung der Herkünfte von Krypto-Vermögen, indem man mit Wallet A sein Vermögen in einen Pool einzahlt und mit Wallet B sein Vermögen wieder abhebt. Nachdem jedoch nordkoreanische Hacker mithilfe von Mixing Protokollen ihr erbeutetes Vermögen anonymisierten, gerieten die entsprechenden Protokolle im letzten Jahr ins Fadenkreuz der Behörden.

Das prominenteste Beispiel ist Tornado Cash, dessen Smart Contracts mittlerweile sogar auf der OFAC-Sanktionsliste zu finden sind.

Privacy Pools sind eine erweiterte Version von Tornado Cash. So erhalten Nutzer bei Auszahlung ihrer Einlagen nun die Möglichkeit, einen kryptographischen Beweis zu generieren, welcher bestätigt, dass die auszuzahlenden Assets auf einer legitimen (nicht mit illegalen Aktivitäten verknüpften) Einzahlung basieren.

The best of both worlds? “Compliant Mixer” klingt eher nach einem Oxymoron. Inwiefern das vorgestellte Privacy Pool Protokoll die Bedürfnisse der Regulatoren befriedigen kann, wird derzeit offen diskutiert.

  • 📝 Web3 Loyalty: Ein Report über die Zukunft von Loyalty Programmen von Reddit in Zusammenarbeit mit Salesforce und Polygon Labs.

  • 📝 MiCAR: Ein umfangreicher Report über die Entstehungsgeschichte und Inhalte der neuen europäischen Krypto-Regulierung von unseren Freunden von web3 Studios.

  • 🎧 Blockchain Trilemma: Eine anspruchsvolle Folge über die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Blockchain Designs (Ethereum, Cosmos, Solana).

  • 🎧 Decentralized Social Media: Interview mit dem Gründer des dezentralen Social Media Protokolls Farcaster über die Relevanz dezentraler Alternativen zu Facebook, Twitter und Instagram.

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