Solana debütiert Blockchain Links

Nutzer können ab sofort auf X Tokens swapen oder NFTs minten, ohne ihren Feed verlassen zu müssen.

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Unsere Themen heute:

  • 🏦 VanEck überrascht mit Solana-Spot-ETF-Antrag

  • 🔗 Solana debütiert Blockchain Links

  • 🧑‍⚖️ Coinbase reicht Klage gegen SEC ein

  • 📈 Paradigm stellt neuen Ethereum-Client vor

Stand: 27.06. 23:50 Uhr

Das kam überraschend. Als erster US-Vermögensverwalter hat VanEck gestern einen Solana-Spot-ETF-Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Zwar räumen viele Beobachter dem Antrag derzeit (zu Recht) nur geringe Chancen auf Genehmigung ein, jedoch könnte sich dieser Schritt dennoch als strategisch klug erweisen. Das liegt daran, dass es sich zunächst lediglich um das S-1-Formular handelt. Erst mit der Einreichung des 19b-4-Antrags beginnt der Countdown. Die SEC hätte dann 240 Tage Zeit, um ihr Feedback zu geben.

Sollte der 19b-4-Antrag in den nächsten Tagen eingereicht werden, würde die Deadline erst im März 2025 ablaufen. Womöglich lautet also das Kalkül, dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine krypto-freundlichere US-Regierung und Regulierungsbehörde an der Macht sein könnte. Eine solche Behörde könnte sich weniger an einem fehlenden Futures-Markt stören und SOL nicht als nicht-registriertes Wertpapier einstufen, wie es das Gensler-Regime unter anderem in seinen Klagen gegen Coinbase und Binance im letzten Jahr tat.

Für VanEck ist der Sachverhalt natürlich klar. Ihrer Ansicht nach erfüllt SOL - genau wie BTC und ETH - sämtliche Kriterien einer Commodity. Das sieht auch der US-amerikanische Market Maker GSR so, der rein zufällig gestern eine Analyse veröffentlichte, nach der Solana in puncto Dezentralisierung und Nachfrage nach ETH die klare Nummer zwei sei und entsprechend einen ETF verdient hätte.

Insidern zufolge könnten die ETH-Spot-ETFs übrigens schon nächste Woche rund um dem Unabhängigkeitstag offiziell genehmigt und im Anschluss zeitnah in den Handel gehen. Welche Inflows dann erwartet werden könnte, rechnete unter der Woche Bitwise CIO Matt Hougan vor. Seiner Einschätzung nach seien 15 Milliarden USD an Nettozuflüssen in den ersten 18 Monaten zu erwarten. Ungefähr so viel wie bisher insgesamt in die Bitcoin-ETFs in den letzten sechs Monaten geflossen sind.

Es ist zweifelsohne Solanas Woche. Nach ZK Compression und VanEcks ETF-Antrag rückte die Layer-1 Blockchain unter der Woche mit einem Produktlaunch ein weiteres Mal ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

In Zusammenarbeit mit dem Dialect Protocol stellte die Solana Foundation sogenannte Blockchain Links, kurz Blinks, vor. Mit Blinks können Nutzer auf Webseiten mit der Solana Blockchain interagieren und beispielsweise Tokens kaufen oder NFTs minten, ohne das jeweilige Interface verlassen zu müssen.

Zum Start beschränkt sich diese Funktionalität auf die Social Media Plattform X, doch schon in den nächsten Wochen soll das Feature auf weitere Plattformen wie Reddit und Discord ausgeweitet werden.

Keine Abhängigkeit von Dritten

Ermöglicht werden Blinks durch Integrationen mit Wallets, die die jeweilige Webseite nach Blinks absuchen und eine entsprechende Vorschau zeigen. Eine explizite Zustimmung oder Integration mit Plattformen wie X oder Reddit selbst bedarf es nicht.

Die führenden Solana Wallets wie Phantom oder Backpack unterstützen Blinks bereits. Nutzer müssen die Funktionalität nur über ihre Einstellungen aktivieren (s. hier).

Entwickler, die Blinks für ihre Anwendungen nutzen wollen, müssen sich allerdings aktuell noch bei Dialect registrieren und als “trusted domain” freigegeben werden. Dadurch soll auch der Missbrauch von Blinks für Scams verhindert werden.

Zoom out: Web2 und Web3 verschmelzen

Für Web3 sind Blinks der nächste Schritt, um die Kluft zu Web2 zu überbrücken. Bisher mangelte es Blockchain-Anwendungen - nicht zuletzt wegen App-Store-Beschränkungen durch Google und Apple - an ausreichender Distribution und einer guten User Experience.

Die Kernfunktionalität ist dabei auch für Unternehmen und Creator außerhalb der Krypto-Industrie relevant. Mit Blinks können sie ihre Produkte direkt dort verkaufen, wo sich ihre Kunden gerade aufhalten, was lästige Zwischenschritte reduziert und damit zu einer höheren Conversion Rate führen sollte.

Die Inspiration von Blinks kam übrigens vom dezentralen Social Media Protokoll Farcaster, das Anfang des Jahres mit Frames ein ähnliches Feature eingeführt hatte.

Paradigm stellt neuen Ethereum-Client vor

Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase hat das Team hinter dem Wagniskapitalgeber Paradigm am Mittwoch ihren neuen Execution Client für Ethereum veröffentlicht. Mit “Reth” soll vor allem der Transaktionsdurchsatz bestehender Layer-2 Netzwerke erheblich erhöht werden.

Zum Hintergrund: Execution Clients sind die Software, mit der Nodes neue Transaktionen empfangen und verarbeiten und dabei jederzeit den aktuellen Zustand der Blockchain speichern.

Derzeit sind vier verschiedene Execution Clients auf Ethereum im Einsatz, was entscheidend zur Dezentralisierung des Netzwerks beiträgt, weil dadurch die Abhängigkeit von einer einzigen Client-Software und einem Single Point of Failure vermieden wird.

Welche Vorteile bringt Reth mit sich?

  • Als einziger Client, der auf der Rust-Programmiersprache basiert, möchte Reth eine höhere Leistungseffizienz liefern und damit die Hardware-Anforderungen für den Betrieb einer Node senken, was zur Stärkung der Dezentralisierung des Netzwerks beiträgt.

  • Außerdem soll Reth Ethereum Layer-2s dabei helfen, eine erheblich größere Menge an Gas (die Maßeinheit für Rechenleistung) pro Sekunde zu verarbeiten.

Konkret sollen Layer-2s Paradigms Vision zufolge künftig bis zu 1 Gigagas pro Sekunde verarbeiten können, was etwa 6500 Transaktionen pro Sekunde (TPS) entspricht.

  • Mit der ersten Version von Reth könnten Layer-2s bereits einen Transaktionsdurchsatz zwischen 650 und 1300 TPS erreichen.

  • Zum Vergleich: Derzeit verfügt Base mit einem Limit von knapp 600 TPS über die größten Kapazitäten unter allen Ethereum Rollups.

Kurios: Paradigm ist im übrigen nicht der einzige Investor, der Infrastruktur entwickelt. Auch a16z (Jolt) und Jump (Firedancer) tragen durch eigene Entwicklerteams aktiv zur Base Layer Infrastruktur bei.

Zoom out: Während Ethereum und alle Layer-2s gemeinsam knapp 280 TPS leisten, liegt Solanas Durchsatz bei durchschnittlich etwa 3.000 TPS. Von den knapp 8.700 Transaktionen, die alleine das Visa-Netzwerk im Schnitt durchführt, sind diese Netzwerke noch ein gutes Stück entfernt. Entwicklungen wie Reth zeigen, dass es allerdings eine realistische Roadmap zur Erreichung der gesetzten Skalierungsziele gibt.

Conduit | 37 Mio. USD | Series A : Rollup-as-a-Service Plattform.

MegaETH | 20 Mio. USD | Seed : Layer-1 Netzwerk, welches auf einer parallelisierten Ethereum Virtual Machine (EVM) basiert, die bis zu 100.000 Transaktionen pro Sekunde ausführen können soll.

Ora | 20 Mio. USD | Series A : Oracle-Anbieter, der Smart Contracts um KI-Funktionalitäten erweitern möchte.

Covalent Network | 5 Mio. USD | Strategic : Infrastrukturanbieter, der den Zugang zu Ethereums historischen Daten zur Verfügung stellt.

Rebar | 2,9 Mio. USD | Seed : Anbieter von MEV-Infrastruktur für das Bitcoin-Netzwerk.

Dirk Kruwinnus leitet, aus der Group Strategy & M&A Abteilung der Gruppe Börse Stuttgart heraus, die Aktivitäten zu tokenisierten Wertpapieren in Europa. Am Mittwoch verkündete die Börsengruppe, an den kommenden Blockchain-Tests der EZB teilzunehmen.

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